Rn50-Test – Diagnoseverfahren zur Messung der Radon-Dichtheit von Gebäuden
Rn50-Test – Schnelle Bewertung von Radoneintritten
Der Rn50-Test ist eine Radonuntersuchung im Differenzdruckverfahren (erweiterter Blower-Door-Test). Er dient dazu, die Radondichtheit zum Erdreich zu bewerten, Radon-Eintrittsstellen zu lokalisieren und die Radon-Eintrittsrate in Gebäuden zu bestimmen.
Im Gegensatz zu klassischen Radonmessungen, die oft mehrere Wochen bis Monate dauern, ermöglicht der Rn50-Test eine zuverlässige Einschätzung innerhalb weniger Stunden. Durch einen definierten Unterdruck werden relevante Eintrittspfade aktiviert, sodass eine stabile und reproduzierbare Radonkonzentration (Rn50-Wert) gemessen werden kann.
Im Gegensatz zu klassischen Radonmessungen, die oft mehrere Wochen bis Monate dauern, ermöglicht der Rn50-Test eine zuverlässige Einschätzung innerhalb weniger Stunden. Durch einen definierten Unterdruck werden relevante Eintrittspfade aktiviert, sodass eine stabile und reproduzierbare Radonkonzentration (Rn50-Wert) gemessen werden kann.
Ihre Vorteile auf einen Blick:
- Schnelle Ergebnisse in weniger als einem Tag
- Lokalisierung relevanter Radon-Eintrittsstellen (Radon-Sniffing)
- Beurteilung des Sanierungsbedarfs
- Grundlage für eine gezielte Sanierungsplanung
- Geeignet für Neubauten und Bestandsgebäude

Der Rn50-Test ist ein wichtiges diagnostisches Werkzeug, ersetzt jedoch keine gesetzlich vorgeschriebene Langzeitmessung des Jahresmittelwerts nach Strahlenschutzvorgaben. Er dient der schnellen Bewertung und Ursachenanalyse von Radoneintritten aus dem Erdreich.
Warum ist der Rn50-Test wichtig?
Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas, das aus dem Erdreich austritt. Gelangt es über Undichtigkeiten in Gebäude, kann sich insbesondere in Kellern und Erdgeschossen eine erhöhte Konzentration bilden.
Ein erhöhter Radongehalt kann langfristig gesundheitliche Risiken verursachen. Der Rn50-Test hilft dabei:
- Leckagen frühzeitig zu erkennen
- Sanierungsmaßnahmen gezielt zu planen
- Neubauten radonsicher auszuführen
- gesetzliche Anforderungen und Vorsorgestandards einzuhalten
- die Qualität der Gebäudeabdichtung nachzuweisen
Funktionsweise des Tests
Beim Rn50-Test wird mithilfe eines Differenzdruckverfahrens eine definierte Drucksituation erzeugt. Anschließend wird gemessen, wie viel Luft aus dem Erdreich in das Gebäude nachströmt.
Typischer Ablauf
- Vorbereitung des Gebäudes
- Abdichten definierter Öffnungen
- Aufbau des Messsystems
- Erzeugung eines Unterdrucks
- Erfassung der Luftströmung
- Lokalisierung von Leckagen
- Auswertung der Messergebnisse
Die Messung liefert einen charakteristischen Kennwert zur Bewertung der Radon-Dichtheit.
Einsatzbereiche
Der Rn50-Test eignet sich für:
- Einfamilienhäuser
- Mehrfamilienhäuser
- Neubauten
- Bestandsgebäude
- öffentliche Gebäude
- Schulen und Kindergärten
- Sanierungsprojekte
- Gebäude in Radonvorsorgegebieten

Quelle: Dr. Thomas Haumann
Rn50-Test unter Unterdruckmessung
Die Messung sollte in dem Gebäudebereich durchgeführt werden, der den größtmöglichen Kontakt zum Erdreich aufweist. Hierfür eignet sich in der Regel der Keller besonders gut. Ist kein Keller vorhanden, erfolgt die Messung im Erdgeschoss oder alternativ am gesamten Gebäude.
Mithilfe eines Blower-Door-Messgeräts wird im zu untersuchenden Gebäudebereich ein Unterdruck von 50 Pascal erzeugt. Anschließend wird die Abluft des Messgebläses mit einem geeigneten Radon-Messgerät analysiert.
Abhängig von der Dichtheit des Gebäudes stellt sich innerhalb relativ kurzer Zeit eine konstante Radonkonzentration ein, die anschließend für die weitere Auswertung herangezogen wird.


Rn50-Test unter Unterdruckbedingungen

Der Rn50-Test zeigt den Verlauf der gemessenen Radonkonzentration unter definierten Unterdruckbedingungen. Die Messung wurde von Dr. Thomas Haumann durchgeführt. Das untersuchte Gebäude erreichte eine Luftwechselrate von n50 = 3,8 h⁻¹, was auf eine vergleichsweise geringe Luftdichtheit hinweist.
Die Gebäudedichtheit ist ein wesentlicher Parameter für die erforderliche Dauer des Rn50-Tests und beeinflusst die Aussagekraft der Messergebnisse maßgeblich.
Quelle: Dr. Thomas Haumann
Typische Schwachstellen im Gebäude
- Häufige Eintrittsstellen für Radon sind:
- Rohrdurchführungen
- Kabeldurchführungen
- Fugen in Bodenplatten
- Wand-Boden-Anschlüsse
- Risse im Beton
- Pumpensümpfe
- nicht abgedichtete Installationen
- Kelleranschlüsse
Der Rn50-Test ist besonders interessant für
- Bauherren
- Architekten
- Sachverständige
- Energieberater
- Bauunternehmen
- Kommunen
- Immobilienbesitzer
- Betreiber öffentlicher Gebäude
Fazit
Der Rn50-Test ist ein modernes Diagnoseverfahren zur Bewertung der Radon-Dichtheit von Gebäuden. Er ermöglicht die gezielte Identifikation von Schwachstellen und unterstützt dabei, Gebäude langfristig sicher, gesund und radonschutzgerecht zu planen oder zu sanieren.
