Luftdichtheit messen und Energieverluste vermeiden
Wenn es zieht, geht wertvolle Energie verloren
Zugluft, kalte Stellen und unkontrollierter Luftaustausch beeinträchtigen nicht nur den Wohnkomfort, sondern erhöhen auch dauerhaft die Energiekosten. Bereits kleine Undichtigkeiten in der Gebäudehülle können dazu führen, dass warme Luft entweicht und kalte Außenluft eindringt.
Mit einem professionellen Blower-Door-Test lassen sich Leckagen und Schwachstellen zuverlässig erkennen. Das Differenzdruckverfahren dient der Überprüfung der Luftdichtheit von Gebäuden und ist heute ein wichtiger Bestandteil moderner Qualitätskontrolle am Bau.
Energiekosten sparen mit besserer Luftdichtheit
Beispielrechnung: was eine nL50-Wert unter 0,6 für Sie bedeutet.

Was ist ein Blower-Door-Test?
Der Blower-Door-Test ist ein normgerechtes Messverfahren zur Bestimmung der Luftdichtheit eines Gebäudes.
Dabei wird ein leistungsstarker Ventilator luftdicht in eine Tür- oder Fensteröffnung eingebaut. Durch die Erzeugung von Unter- und Überdruck im Gebäude kann exakt gemessen werden, wie viel Luft unkontrolliert durch Undichtigkeiten der Gebäudehülle strömt.
So lassen sich:
- Leckagen und Schwachstellen erkennen
- Wärmeverluste reduzieren
- Bauschäden vermeiden
- Energieeffizienz nachweisen
- gesetzliche Anforderungen erfüllen
Die Messung erfolgt nach:
- DIN EN 13829 (abgelöst durch DIN EN ISO 9972)
- DIN EN ISO 9972 (gültig ab 2018-12)

DIN EN ISO 9972 – die aktuelle Norm
Die frühere DIN EN 13829 wurde durch die DIN EN ISO 9972 ersetzt. Die neue Norm beinhaltet unter anderem:
- Erweiterte Messverfahren
- Neue Bewertungsgrundlagen
- Präzisere Volumen- und Hüllflächenberechnungen
- Gerätespezifische Messtoleranzen
- Berücksichtigung von Temperaturunterschieden

Dadurch werden Luftdichtheitmessungen noch genauer und international vergleichbarer.
Warum ist eine luftdichte Gebäudehülle so wichtig?

Eine luftdichte Gebäudehülle bietet zahlreiche Vorteile:
- Reduzierung von Energieverlusten
- Niedrigere Heizkosten
- Schutz vor Feuchtigkeit und Schimmel
- Vermeidung konvektionsbedingter Bauschäden
- Verbesserter Wohnkomfort ohne Zugluft
- Optimierter Schallschutz
- Verbesserte Raumluftqualität
- Voraussetzung für funktionierende Lüftungsanlagen
- Unterstützung von Rauch- und Brandschutzkonzepten

Energieeffizienz und der nL50-Wert
Der beim Blower-Door-Test ermittelte nL50-Wert zählt zu den wichtigsten Kennzahlen für die Energieeffizienz eines Gebäudes.
Er beschreibt die Luftwechselrate eines Gebäudes bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal. Je niedriger der nL50-Wert ist, desto dichter und energieeffizienter ist die Gebäudehülle.
Besonders bei:
- energieeffizienten Neubauten
- KfW-Häusern
- Passivhäusern
- Sanierungen
- Gebäuden mit Lüftungsanlagen
ist ein professioneller Blower-Door-Test unverzichtbar.

Baubegleitender Blower-Door-Test
Leckagen frühzeitig erkennen und Folgekosten vermeiden
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt konkrete Grenzwerte für die Luftdichtheit von Gebäuden vor. Werden diese Werte überschritten, müssen vorhandene Undichtigkeiten beseitigt werden.
Ein baubegleitender Blower-Door-Test bietet entscheidende Vorteile:
- Früherkennung von Leckagen
- Vermeidung teurer Nachbesserungen
- Qualitätskontrolle während der Bauphase
- Sicherstellung der normgerechten Ausführung
- Dokumentation für Bauherr und Energieberater
Die Messung wird idealerweise vor Beginn der Maler- und Bodenbelagsarbeiten durchgeführt. In diesem Bauabschnitt lassen sich Leckagen meist noch unkompliziert beheben.
Tipp: Dei Leckagenortung mit Nebel oder Thermografie hilft, Undichtigkeiten gezielt zu finden und zu beheben.
Professionelle Qualitätskontrolle am Bau
Mängel am Bau verursachen jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Eine professionelle Bauqualitätsprüfung hilft dabei, Fehler frühzeitig zu erkennen und hohe Folgekosten zu vermeiden.

Zu den wichtigsten Prüfbereichen zählen:
- Fundament und Kellerabdichtung
- Schimmelprävention
- Fenster- und Fassadendämmung
- Luftdichtheit der Gebäudehülle
- Wärmebrücken und Feuchtigkeitsschäden
Die häufigsten Schwachstellen bei luftdichte Gebäudehülle
Häufige Problemstellen an der luftdichten Gebäudehülle nach räumlicher Zuordnung:
- Bauteilflächen
- Übergänge zwischen Bauteilen bzw. Bauteilanschlüssen
- Durchdringungen
- Funktionsfugen

Typische Ursachen für Undichtigkeiten
Undichte Stellen entstehen häufig durch kleine Verarbeitungsfehler oder unzureichend abgedichtete Durchführungen.
Besonders kritisch sind:
- Kabel- und Rohrdurchführungen
- Undichte Dampfsperren
- Fehlerhafte Fensteranschlüsse
- Feuchtigkeit in Fensterleibungen
- Schäden an Estrich oder Dämmung
- Risse im Putz oder Mauerwerk
- Risse in Holzbauteilen
- Fehlstellen in der Luftdichtungsebene
- Undichte Lüftungsanlagen
- Undichte Kellerbereiche
- Fehlerhafte Bodeneinschubtreppen
- Nicht belüftete Spitzböden
- Wärmebrücken und Leckagen

Selbst hochwertige Baumaterialien bieten keinen Schutz vor Energieverlusten, wenn die Ausführung nicht fachgerecht erfolgt.
